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Mittwoch, 11. November 2009

Ich glaub mein Schwein pfeift…

...oder hustet oder schnupft. Der Rüssel verstopft und schweinemäßige Kopfschmerzen...so fühlen sich momentan viele Lebewesen der Gattung Mensch. Die Schweinegrippe geht um und momentan ist Bayern sogar ein Zentrum der Epidemie oder Pandemie oder ... naja dieser ansteckenden Krankheit eben. Was im Sommer noch relativ harmlos anfing und einige Mallorcareisende mit aus dem Urlaub brachten ist jetzt allgegenwärtig.
Also eins zwei drei wurde ein Impfstoff entwickelt, getestet und freigegeben. Großartig aber so wirklich impfen lassen wollte sich keiner. Eine hitzige Diskussion ist mittlerweile entbrannt ob oder ob nicht. Immer mehr wichtige oder weniger wichtige Personen verkünden in den Medien wie unverantwortlich es sei sich nicht zu impfen, weil man ja zur Ausbreitung der Grippe beitrage. Außerdem steigen mittlerweile auch die Todesfälle und man ist ja sowieso ein ganz schlechter Mensch wenn man es nicht tut. Teilweise bekam ich schon ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich mich nicht impfen lassen wollte. Ja und die Medien zeigen Wirkung bei mir und ich mache mir langsam Sorgen und will ja eine braver Bürger sein. Also absolut manipuliert zum Impfen gedrängt machte ich mich auf die Suche nach dem Impfstoff und jemanden der mir diesen auch noch in den Arm injiziert. Erstmal ist ja nicht jeder Arzt bereit das Gift zu verabreichen. Sie weigern sich, da sie die gleiche Meinung vertreten, die auch ich vor meiner medialen Manipulation hatte und anscheinend nicht so leicht zu beeinflussen sind. Hat man dann endlich einen Mediziner gefunden scheitert man am Impfstoff. Es ist tatsächlich so, das der vielbeschworene Impfstoff noch gar nicht in genügender Menge da ist. Sprich in den Medien wird man als schlechter Mensch beschimpft obwohl man gar nicht die Möglichkeit hat ein guter zu sein! Unglaublich!
Ich für meinen Teil stehe jetzt auf einer Warteliste und werde telefonisch informiert, wann ich endlich ein guter Mensch werden kann und mir meine Impfung abholen kann. Mal sehen wie lange das noch dauert...

Mittwoch, 23. September 2009

O’zapft is…

…und zwar auf dem größten Volksfest der Welt. Ausnahmezustand in der bayrischen Landeshauptstadt und man kann sich dem nicht entziehen! In ganz München sieht man an jeder Ecke Menschen in bayrischen Trachten, was so viel heißt wie ich geh da heute auch hin. Egal ob wirklich echt oder ein Modefake vom Aldi, Dirndl und Lederhosen sind in diesen Tagen wirklich überall zu sehen. In der Arbeit weiß man gleich Bescheid, trägt einer 'ne Tracht hat er morgen frei oder ist krank. Also gibt es mit demjenigen noch etwas zu klären, sollte man es gleich tun. Auf der Wies’n da fließt das Bier nämlich in Strömen. Gehört man zu dem Oktoberfestfans trinkt man natürlich viel, weil es einem Spaß macht. Ist man ein Oktoberfestgegner und kommt durch irgendwelche anderen Umstände (Freunde, Firmenausflug) in den Genuss, dann säuft man sich die Sache halt schön.
So oder so, es zieht immer einen dicken Kopf und ein leeres Portomonaise nach sich. Mit etwas Pech bleiben auch noch ein paar böse Erinnerung oder einige peinliche Fotos.
Schafft man es der Theresienwiese völlig zu entkommen, holt es einem spätestens in den öffentlichen Verkehrsmittel wieder ein. Mit lustig singenden Menschen und völlig betrunkenen Alkoholopfern, die verschiedenste Spuren hinterlassen, teilt man sich die Bahn oder den Bus. Sehr zu empfehlen die U-Bahn Linie 5, es ist ein Erlebnis.
Auch wenn das jetzt alles etwas negativ klingt, insgesamt finde ich es Klasse. Auch wenn ich nicht unbedingt der große Fan dieses Ereignisses bin, finde ich es super das alles als Zuschauer mitzukriegen. Es sind ja nur ein paar Tage aber dafür intensiv. Wer das noch nie gesehen hat und auch das nötige Kleingeld hat (mittlerweile wird es wirklich teuer), sollte sich das zumindest einmal aus der Nähe anschauen. Is des a Gaudi!

Mittwoch, 20. Mai 2009

Blumenmeer mit Staugarantie

Mit großen Schritten schreitet das Jahr voran. Vergessen sind die Zeiten, wo man das Haus mit Pudelmütze und Winterstiefeln verlassen musste. Die Sonne verwöhnt uns seit einigen Wochen mit ihrer warmen Aura und zaubert ein Lächeln in viele Gesichter. Die Bekleidung vieler Leute wird wieder spärlicher (ob zu ihrem Vorteil oder nicht sei mal dahin gestellt) und viele blühen auf. Gleichzeitig erwachen auch die Pflanzen aus ihrem Winterschlaf und zeigen was sie so haben.
Ich muss hier mal wieder gestehen, dass ich nicht der große Botaniker bin und Pflanzen als grüne Lebewesen wahrnehme, die dazu neigen in meiner Gesellschaft eher eine trockene braune Farbe anzunehmen. In ihrem grünen oder auch bunten Urzustand empfinde ich sie auch durchaus als angenehm aber die Beziehungen zu diesen Lebewesen sind eher von kurzer Natur. Daher bin ich auch nicht auf der Suche nach neuen pflanzlichen Opfern, die meine nähere Umgebung schmücken müssen.
Mittlerweile weiß ich auch, dass ich mit dieser Einstellung ziemlich allein da stehe. Nicht weit von unserer Wohnung befindet sich der "Seebauer". Es ist ein recht großes Gartencenter und handelt alles was halt bei mir normaler Weise eingeht. Mir ist auch bewusst, dass ihr Hauptgeschäft gerade in der jetzigen Zeit im Jahr liegt und der Andrang die Kassen klingeln lässt. Was aber in den letzten Wochen an diesem Gartencenter passiert, liegt dann doch außerhalb meiner Vorstellungskraft.
Seit Wochen herrscht von 9 Uhr morgens bis Ladenschluss ein Ausnahmezustand im und um dem Geschäft. Tausende Menschen strömen in das Gartencenter und holen ganze Wälder aus dem Geschäft. Auf der Straße vor dem Laden herrscht permanenter Stau. Menschen mit riesigen Blumen und Bäumen breiten sich einige hundert Meter um den Laden aus und versuchen verzweifelt riesige Pflanzen in kleine Autos zu packen. Die überfüllten Parkplätze und orientierunglose Kunden verstopfen die Hauptverkehrsstraße und machen unseren Heimweg tagtäglich zu einem Abenteuer.
Irgendwann war die Neugier so groß, dass ich mich zu einem Besuch überreden lies. Unser Balkon sollte für den Sommer geschmückt werden und wir stürmten den "Seebauer". Was ich da erlebte war wirklich schrecklich und die Schilderungen würden sicherlich einer Zensur zum Opfer fallen. Daher schweige ich lieber und verheimliche hier meinen großen Fundus an Schimpfwörter. Ich kann soviel sagen, dass es in diesem Laden sicherlich fast alles gibt, was man so in unseren Breiten anpflanzen kann. Aber die Menschen werden darin zu Raubtieren. Nach Stunden an die Kasse zu gelangen und für 3 grüne Blätter 100 Euro zu bezahlen kam eher einer Erlösung gleich und meine Freude über die Freiheit überwiegte.
Naja, jetzt haben wir ein paar grüne Sachen auf dem Balkon, was wirklich gut aussieht und ich hoffe das die Pflanzen länger halten als unser Besuch im Gartencenter. Ansonsten freue ich mich täglich auf den Stau beim Heimweg und bemitleide die armen Menschen die gerade ihren Einkauf beginnen.

Mittwoch, 8. April 2009

Zum Abwracken!

Wir stecken ja mittendrin in der Finanzkrise. Niemand weiß wo die ganze Geschichte noch hinführen wird. Kurzarbeit, Stellenabbau, Konjunkturpakete, Krisengipfel, Inflation, Bankenkrise - alles Wörter die tagtäglich durch die Nachrichten geistern.
Da gibt es aber noch ein sehr schönes Wort, welches uns in den letzten Tagen stark beschäftigt hat. Die Abwrackprämie! Bestimmt hat jeder schon davon gehört. Also einfach ein 9 Jahre altes Auto verschrotten, neues Kaufen und vom Staat 2500 Euro abkassieren, so zumindest die einfache Kurzversion. Über den Sinn dieser Prämie kann man stundenlang streiten. Wie sinnvoll ist sie? Was kommt danach? Hilft sie wirklich?
Egal, nun ist sie einmal da. Das Interessante an der Geschichte sind die tollen Angebote verschiedener Autohersteller. So bieten fast alle zusätzliche Umweltprämien auf die staatliche Abwrackprämie.
Wir liebäugeln seit längerem schon mit einem Opel Zafira. Momentan gebraucht 2 Jahre 30000 km Kosten ca 14000 Euro. Nun waren wir ja auch mal im Autohaus, um uns das Schmuckstück in neu anzuschauen - einfach prachtvoll. Zu diesem Zeitpunkt gab es ein Auto in der Familie, was man in ca 7 Monate abwracken konnte - also zu dem Zeitpunkt noch außerhalb der ganzen Umweltprämien. Wir bekamen ein Angebot für einen niegelnagelneuen Zafira für 14000 Euro, wenn wir abwracken könnten. Wie der Verkäufer schon wusste - konnten wir ja nicht. Mal dummgelaufen für uns!
Nach ein paar Wochen war es soweit, die Regeln wurden geändert, wir könnten abwracken- also neuer Versuch. Komischerweise war es jetzt plötzlich nicht mehr so einfach. Da wir jetzt als potentielle Abwracker ins Autohaus kamen, konnte sich keiner mehr an das tolle Angebot erinnern und es wurden plötzlich Probleme hingeredet, von denen wir vorher nie gehört hatten. Nix mehr da mit der Umweltprämie von Opel, obwohl nach wie vor überall angeboten. Wir waren über 3 oder 4 Wochen am Informieren und Kämpfen für die Abwrackprämien - aussichtslos. Jeder weiß was anderes und interpretiert anders aber die Umweltprämie von Opel gab es nicht.
Irgendwann stempelten wir das Angebot als Irreführung ab. Nun werden wir uns wohl wieder auf die Gebrauchtwagen stürzen. Leider muss ich sagen, dass bei den Gedanken an Opel ein fader Beigeschmack bleibt. Es ist zum Abwracken...